Rizal - Park in Wilhelmsfeld:
17. Juni 2007: Feier des Wilhelmsfeld - Heidelberg Chapters
zum "146. Geburtstag von Dr. José Rizal"und zum Jubiläum
"10 Jahre Bestehen des Wilhelmsfeld-Heidelberg Chapters"
June 17, 2007: Ceremony on the occasion of
José Rizal's 146th Birthday Anniversary and of the
10th Foundation Anniversary of the
Wilhelmsfeld - Heidelberg Chapter
Chapter Commander Sir Rainer Weber (on the left) welcomes the guest and on the right (in the blue suit) Sir Prof.Dr. Völcker, director of the famous Eye-Clinic of Heidelberg
Honorary - Consul Prof. Dr. Zeidler (in the dark suit) of the Consulat of the Philippines
in Stuttgart with Ms Hess, Vice-Consul from Frankfurt and some "Ladies of Rizal" (in brown uniform)
Am Rizal-Brunnen begrüßte mit den folgenden Worten in deutscher und in englischer Sprache Chapter Commander, Sir Rainer Weber, die zahlreich erschienenen Gäste aus dem In- und Ausland:
(English translation of the speech)
"Herzlich Willkommen, Welcome
und Mabuhay !!!
Im Namen des Chapters
Wilhelmsfeld-Heidelberg der KOR begrüße ich Sie alle unsere Gäste heute aufs
Herzlichste und möchte meine
Freude und meinen Dank darüber zum Ausdruck bringen, dass Sie so zahlreich
unserer Einladung Folge geleistet haben.
Mein besonderer Gruß gilt
Herrn Konsul Auxilian aus Bonn, als dem Vertreter von Frau Botschafterin
Domingo-Albert, Herrn Konsul Prof. Zeidler aus Stuttgart, den Gemeinderäten als
den Vertretern des Gemeinderats und der Gemeinde Wilhelmsfeld, den
Ortsgeistlichen Pfarrer Mautner und Pfarrer Gaiser, meinen lieben Mitbrüdern
der KOR, an ihrer Spitze Sir Alexander Mushake und Sir Celso Lacuna, und
besonders den Mitbrüdern, die von ferne, von den Philippinen, aus Irland, aus
Belgien und aus ganz Deutschland angereist sind, und schließlich, und ganz
besonders den Ladies for Rizal. Wir freuen uns sehr, dass auch so viele Wilhelmsfelder
gekommen sind.
Wir haben heute einen
zweifachen Anlass für unser Zusammenkommen:
1. der 146. Geburtstag von
Dr. J. Rizal, des großen philippinischen Nationalhelden, der am 19.6.1861 in
Calamba bei Manila geboren wurde,
und 2. das 10-jährige Jubiläum
des Bestehens unserer Chapters.
José Rizal verbrachte in
Heidelberg und Wilhelmsfeld eine kurze, aber für ihn und sein Werk ganz
wichtige Zeit. Er vervollständigte sein Wissen über die Augenheilkunde an der
Universitätsklinik unter Prof. Becker und erlebte hautnah eine ihm bis dahin
weitgehend fremde Kultur und ein
politisches, geistiges, gesellschaftliches Umfeld, das ihn tief beeindruckte.
Die Bedeutung von demokratischer Selbstbestimmung, von religiöser und
politischer Toleranz, von Wissenschaft und Bildung, von Engagement für die
Mitmenschen, von Fleiß und Ordnung wurden ihm hier, im Haus von Pfarrer Karl
Ullmer, deutlich, so dass er hier in Wilhelmsfeld ganz wichtige Impulse erhielt,
die ihn stark beeinflussten.
Dies war ihm auch völlig
bewusst, und er schied voll Wehmut aus diesem schönen kleinen Odenwalddorf, dem
er so viel verdankte. Nicht umsonst wird in seinem großen autobiografischen
Roman „Noli Me Tangere“, den er unter dem Eindruck des gerade hier Erlebten
mehrfach änderte, Wilhelmsfeld zwar nicht genannt, aber liebevoll beschrieben,
ein literarisches Denkmal für einen kleinen Flecken auf der Landkarte. Nach
diesem Roman wurde später Wilhelmsfeld
als „Noli-Village“ wie kaum ein anderer Ort Deutschlands auf den Philippinen
bekannt.
Auch Heidelberg war ihm ans
Herz gewachsen, wie sein Gedicht „A las Flores de Heidelberg“ zum Ausdruck bringt.
Freiheit von Unterdrückung,
Gerechtigkeit, Toleranz, politisches und soziales Engagement für die
Mitmenschen waren wichtige Ziele für Dr.José Rizal, und dafür war er sogar
bereit, sein Leben zu geben. Dies wird schon in seinem Roman, den er im jungen
Alter von 25 Jahren hier in Wilhelmsfeld schrieb, deutlich. José Rizal ahnte
wohl schon damals, dass die Verwirklichung und Umsetzung seiner Ziele nicht
leicht und mit Lebensgefahr verbunden sein würde, aber er ist diesen Weg
konsequent und ohne jede Gewaltanwendung unter Einsatz seines Lebens gegangen.
Wie tiefgründig sich Rizal
mit den Problemen der Menschheit auseinandergesetzt hat, wird in den folgenden
Zitaten deutlich:
Dies sind Worte, die gerade
in unserer Zeit der Globalisierung und angesichts des G 8-Gipfels letzte Woche
bedenkenswert sind, wo so viel Ungerechtigkeit und Armut auf Erden herrschen,
und wo wir immer wieder erleben, wozu Fanatismus, egal unter welchem Vorzeichen
und Vorwand, fähig ist.
An anderer Stelle sagt er:
„Ich habe beobachtet, dass Wohlergehen und Elend eines jeden Volkes abhängig
ist von seinen Freiheiten oder seinen Vorurteilen, und ebenso von den Opfern
oder der Selbstsucht seiner Vorfahren.“
Zum Verhältnis zwischen
Recht und Macht sagt er den Großen, aber auch uns Kleinen: „Wir protestieren,
wenn wir davon hören, dass Macht vor Recht kommt, aber wir stimmen ( und dies
ist auch wohl leider auch heute oft noch so) applaudierend zu, wenn wir in der
Praxis sehen, dass die Macht den Heuchler belohnt, wenn er das Recht nicht nur
verdreht, sondern er es sogar als Werkzeug benutzt, um die Macht und die
Kontrolle zu erringen.“
Und schließlich sagt er über
die Aufklärung, der er bei der Befreiung der Menschen und Völker die
entscheidende Rolle zuweist: „ Die Aufklärung breitet sich aus und die
Unterdrückung, die sie erleidet,
beschleunigt
dies nur. Nein, das Feuer der Gedanken ist unauslöschlich im philippinischen
Volk, und was immer geschieht, es wird weiterleuchten und sich Anerkennung
erzwingen. Es ist unmöglich, das Volk der Philippinen (und alle Völker) zu
brutalisieren.“
Diese fundamentalen Gedanken
und das Leben und der Tod Dr. José Rizals können und sollen für uns alle ein
Ansporn sein, seinen Gedanken nachzueifern, und dies ist der eigentliche Sinn
und Grund, warum wir heute hier versammelt sind; nicht um alte Rituale zu
begehen oder ein Spektakel zu erleben, sondern um eines vorbildlichen Menschen
zu gedenken und uns durch sein Vorbild inspirieren zu lassen. Wir sind der
Beweis, dass Dr. José Rizal heute hier lebendig ist."
Sir Rainer Weber begrüßt die zahlreich erschienenen Besucher aus dem In- und Ausland
Speech
on June 17, 2007 at the Rizal Monument in Wilhelmsfeld by the Chapter Commander,
Sir Rainer Weber
On
behalf of the Wilhelmsfeld-Heidelberg Chapter of the Knights of Rizal I most
warmly want to welcome all our guests today on this very special occasion and I
want to express my joy and gratitude that you have accepted our invitation in
such a large number.
My
special welcome goes to Sir Consul Auxilian
from Bonn as the representative of the Ambassador, Mrs Domingo-Albert, to
Consul Prof. Zeidler from Stuttgart, to Councillor Mr Lebert, to the two local
pastors, Pastor Mautner and Pastor Gaiser, to my dear fellow knights headed by
Sir Alexander Mushake and Sir Celso Lacuna, in particular to our fellow knights
who have come all the way from the Philippines, Ireland and Belgium and from
Germany and finally and very specially to our Ladies for Rizal, headed by Lady
Jane Mushake.
We
are also very glad that so many people from Wilhelmsfeld are attending our
ceremony.
We
have got a double reason for our gathering today: the 146 th Birthday
Anniversary of Dr. José Rizal, the great National
Hero of the Philippines, and the 10 th
Foundation Anniversary of our Chapter.
José
Rizal spent a short but very important time here in Heidelberg and Wilhelmsfeld,
which was very influential for himself and for his work.
He
completed his knowledge of ophthalmology under Prof. Becker at the Heidelberg
University Eye Clinic and he closely experienced a culture that had been largely
unknown to him before and a social, political and intellectual environment that
had a great impact on him. The meaning and importance of democratic
self-determination, of political and religious tolerance, of science and
education, of commitment for the fellow human beings, of diligence and order
became reality to Rizal here in Wilhelmsfeld in the house and family of Pastor
Ullmer so that he was deeply influenced by what he experienced here.
He
was fully aware of this and he left this small beautiful village, to which he
owed so much, with sadness and melancholy. This is why he, in his great
autobiographical novel “Noli Me Tangere", although not mentioning
Wilhelmsfeld literally, described Wilhelmsfeld in a sympathetic way and thus set
a literary monument to this little spot on the map. According to this novel
Wilhelmsfeld was later called “Noli Village” and became well-known in the
Philippines like hardly any other German place.
How
close also Heidelberg was to his heart is shown in his wonderful poem “A Las
Flores de Heidelberg”.
Freedom
from oppression, justice, tolerance, political and social commitment for others
were important aims for Dr. José Rizal and he was even willing to give his life
for that. This becomes clear in his novel, which he completed here at the young
age of 25. He foresaw already then that the realization of those aims would not
be easy and very dangerous for him, but he went this way consistently and
without any violence at the risk of his life.
It
becomes obvious how fundamentally and profoundly Rizal thought about the problems of mankind if you look at the
following quotations from Rizal´s work:
He
writes about the relation between human beings: “Within a few centuries, when
humanity has become redeemed and enlightened, when there are no races, when all
peoples are free, when there are neither tyrants nor slaves, colonies
nor mother countries, when justice rules and man is a citizen of the
world, the pursuit of science alone will remain, the word patriotism will be
equivalent to fanaticism, and he who prides himself on patriotic ideas will
doubtless be isolated as a dangerous disease, as a menace to the social
order”.
These
are words that are remarkable and worth thinking about particularly at our times
of globalization and the G-8 Summit last week, a time when we are confronted
with injustice and poverty on earth and where we constantly experience what
fanaticism, no matter under what pretext, is able to do.
There
is another quotation on this topic: “I have observed that the prosperity or
misery of each people is in direct proportion to its liberties or its prejudices
and, accordingly, to the sacrifices or the selfishness of its forefathers”.
He
tells the great ones but us little ones about the relation between right and
might: “We protest when we read that might is placed before right, yet we
applaud when in practice we see might pay the hypocrite in not only perverting
but even in using it as a tool in order to gain control”.
And
finally he talks about enlightenment which he thinks has a crucial role for the
liberation of people and peoples: “Enlightenment is spreading and the
persecution it suffers quickens it. No, the diving flame of thought is
inextinguishable in the Filipino people and somehow or other it will shine forth
and compel recognition. It is impossible to brutalize the people of the
Philippines”. And I want to add: all other people.
These fundamental thoughts and the life and death and the work of José Rizal can and should spur us on to emulate his ideas, and this is the actual meaning and reason, why we have gathered here; not to celebrate old rituals and have spectacular events, but because we want to commemorate an exemplary man and because we want to be inspired by his model. We are the proof that Rizal is still alive here and today."
Auch Bürger von Wilhelmsfeld sind zu der Rizal - Feier erschienen
Nach der Ansprache des Chapter - Commanders, Sir Rainer Weber, begrüßte auuch Consul Auxilian von der Botschaft der Philippinen in Bonn, die zahlreich erschienenen Gäste, wobei er mitteilte, dass er leider Deutschland nach einem fünfjährigen Aufenthalt wieder verlassen müsse und auf die Philippinen zurückkehre.
Nach dem Absingen der beiden Nationalhymnen mit der Begleitung durch den Wilhelmsfelder Posaunenchor erfolgte die Kranzniederlegung am Rizal - Denkmal durch die Knights und Ladies of Rizal des Wilhelmsfeld - Heidelberg Chapters.
Consul Edgar Auxilian of the Embassy of the Republic of the Philippines, Bonn,
greets the guests of the ceremony. In front Chapter Commander, Sir Rainer Weber,
Sir Alexander Mushake (sitting behind him) and Sir Celso Lacuna (on the right).
Some members of our chapter with guests from Ireland and Belgium (on the right):
Sir Don Brennock and Sir François Ooms
Im zweiten Teil der Feier gab Sir Kilian Schwarz einen sehr interessanten und informativen Überblick über das Leben und Wirken von Dr. José Rizal.
Anschließend referierte Sir Rainer Weber in einem längeren, reich bebilderten Vortrag über das Leben Rizals in Heidelberg und Wilhelmsfeld, wobei er besonders auch auf die "Rizal-Story" einging, nämlich die Wiederentdeckung und das Wiederaufleben der Rizal - Erinnerungen in Wilhelmsfeld und in Heidelberg seit dem Jahr 1960 - schließlich berichtete er auch über die wichtigsten Ereignisse und Aktivitäten des Wilhelmsfeld - Heidelberg Chapters seit dessen Gründung im Jahre 1997.
Sir Alexander Mushake gab einen detaillierten Überblick über die Geschichte, die Ziele und die Organisation des Ordens der Knights of Rizal - und Lady Annie Schwarz informierte die interessierte Zuhörerschaft über die "Ladies for Rizal".
Sir Kilian Schwarz gave a very informative and comprehensive lecture about the life and work of José Rizal - here you can see his PowerPoint Presentation about Dr. José Rizal: " Dr. José Rizal: life and works"
Sir Rainer J. Weber informed in a lengthy lecture with lots of pictures about Rizal in Wilhelmsfeld and Heidelberg, about the "Rizal-Story", i.e. the rediscovery and revival of Rizal in Wilhelmsfeld and Heidelberg since 1960 and about the Chapter´s main events and activities since its official foundation in 1997. Sir Alexander Mushake gave a very detailed lecture about the history, the aims and the organization of the "Knights of Rizal", and Lady Annie Schwarz informed the interested audience about the "Ladies for Rizal".
Sir Rainer Weber berichtet über das Leben Rizals in Heidelberg und Wilhelmsfeld,
sowie über die "Rizal-Story", die 'Wiedererinnerung' ab dem Jahr 1960 an Rizals
Aufenthalt in Wilhelmsfeld und über die wichtigsten Ereignisse und Aktivitäten seit
der Gründung des Chapters im Jahr 1997
Mein besonderer Dank gilt Sir Rainer Weber für den Text seiner Ansprache in Deutsch und Englisch. Photos und Text von Sir Ulrich Freytag.
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Dr. José Rizal in Heidelberg and in Wilhelmsfeld (1886):
| Rizal in Heidelberg (1886) - Wilhelmsfeld-Heidelberg Chapter (Meetings etc.)|
|Rizals letters from Heidelberg I | Rizal's letters from Heidelberg II |
| Flores de Heidelberg (engl.-deutsch) Gedicht von J.Rizal |
| Rizal in Heidelberg and Wilhelmsfeld 2 |
| Rizal's letters to Pastor Ullmer and to his family, Wilhelmsf. (1886-88) |
| Prof. Rudolf Virchow: Obituary for Dr.José Rizal (1897)|
| Prof. Virchows Nachruf auf José Rizal (1897) |
Knights of Rizal of the Wilhelmsfeld - Heidelberg Chapter
and the Rizal - Park in Wilhelmsfeld (Odenwald):
| Wilhelmsfeld-Heidelberg Chapter - Versammlungen - Meetings etc. |
| Wilhelmsfeld-Heidelberg Chapter Council 2010 - 2012 (Vorstand) |
| Supreme Commander in Wilhelmsfeld '01 |
| Rizalfeier zum 141.Geburtstag '02 Wilhelmsfeld|
| 25 Jahre Rizal-Park, Wilhelmsfeld, 1978-2003|
|50 Jahre Rizal Beziehungen Philippinen - Wilhelmsfeld: Die Wilhelmsfeld Story|
|50 Years Philippines - Wilhelmsfeld: "The Wilhelmsfeld Story", by Dr.P.Mendez|
|Correspondence Dr.Paz Mendez concerning Rizal's stay in Wilhelmsfeld (1959)| NEW!!!
last update: Oct. 20, 2010
since July 2007: